Grußwort von der LINKE LAG Internationals beim Berliner Landesparteitag

Hola liebe Genossinnen und Genossen,

ich bin Daniel und repräsentiere heute die Landesarbeitsgemeinschaft Internationals. Wir haben uns vor fünf Jahren anlässlich der Europawahl 2014 gegründet und bringen Linke aus verschiedenen Ländern, die in Berlin leben, zusammen. Bei uns machen Leute mit, die Mitglieder in anderen Parteien sind, wie Izquierda Unida, Podemos, HDP oder der Labourparty, und auch linke Aktivistinnen, die nicht organisiert sind.

Heute hat jeder fünfte Mensch in Berlin einen Migrationshintergrund. Nicht nur deswegen finden wir es wichtig, dass innerhalb unserer Partei Migrantinnen und Migranten aktiv teilnehmen und einbezogen werden und so unsere Stimme öfter als bisher gehört wird. Das ist nicht nur notwendig für den Aufbau einer vielfältigen Partei, sondern auch für inhaltliche Debatten eine Bereicherung, um beispielsweise Verständnis für unterschiedliche Ansätze und Meinungen zu Themen aufzubauen. Und natürlich geht es auch darum, aus unseren communities neue Mitglieder und Aktivistinnen für DIE LINKE zu gewinnen.

Unsere LAG ist plural, es gibt verschiedene Meinungen zur Europäischen Union, aber wir sind natürlich vereint im Kampf gegen die Austeritätspolitik und im Aufbau einer starken Linken europaweit.

Viele von uns kommen aus der EU-Peripherie und nach Berlin gekommen, um einen Arbeitsplatz zu finden, die es in unserer Heimat kaum mehr gibt. Viele von uns sind lange schon hier und haben inzwischen auch einen deutschen Pass. Es ist zu befürchten, dass es in der Zukunft in Deutschland kein Bleiberecht für Nicht-Einheimische geben wird.

Rechtsextremismus, weniger Solidarität und zunehmend EU-Kritik sind in vielen Ländern Realität geworden. Wir sagen Nein zum Europa der Banken und Konzerne und kämpfen für ein Europa, in dem die Menschen und ihre Sorgen im Mittelpunkt stehen ! Für ein soziales und friedliches Europa, anderenfalls regiert allein die Wirtschaft und das Geld.

Wir müssen unterscheiden zwischen dem Kontinent Europa und der Institution EU. Wir sind nicht anti-europäisch, aber sehr wohl EU-kritisch.

Wir sind gegen Sozialdumping und die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Niedriglohnländer. Menschen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Alle Beschäftigten in Deutschland, egal welcher Herkunft, müssen einen angemessenen Arbeitsvertrag erhalten. Wir müssen zB. die Ryanair-Flugbegleiterinnen und Krankenpflegerinnen vor Ausbeutung und Lohndumping schützen.

EU-Bürgerinnen müssen arbeiten dürfen, wo sie wünschen. Viele von uns Migrantinnen träumen von der Rückkehr in unsere Heimat, aber das ist bisher leider Illusion – Arbeitsplätze und Zukunftsperspektiven fehlen. Es ist unsere Pflicht, diejenigen zu unterstützen, die vergessen werden. Und all jene, die keine Waffen gegen die höllische Maschine des Neoliberalismus haben, in Deutschland und in Europa.

Wir müssen endlich die schlechten EU-Verträge verändern und die EU von unten reformieren.

Wir wollen mit euch im Jahr des Europawahlkampfes ins Gespräch kommen und gemeinsame Aktionen durchführen.

Lasst uns diesen Wahlkampf, liebe Genossinnen und Genossen, zu einem Zeichen der Gemeinsamkeit machen.

Nur zusammen sind wir stark – Für ein Europa der Millionen, gegen die EU der Millionäre!